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13.-15. August 2010 - MYSTISCHE NACHT

13.-15. August 2010 - MYSTISCHE NACHT

09.06.2010 | Autor: Attila Simon - www.moodesign.de

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HELDEN-NACHT Mystische Klang- und Lichtinstallationen mit tänzerischer Performance verwandeln die unterirdischen Gänge der Kaiserthermen in ein geheimnisvoll illuminiertes Zwischenreich.

Eine Welt, in der sich Menschen und antike Götter begegnen, Täuschung und Begierde herrschen und eine göttliche Liebesnacht zur Geburt des größten aller Helden führt: HERKULES.

Der antike Mythos um Zeus, den Kriegshelden Amphitryon und dessen bezaubernde Gattin Alkmene wird tänzerisch inszeniert vom Choreographen Alexander Galitski zu den neuen Kompositionen von Peter Mergener.
NOX MYSTICA LIVE

NOX MYSTICA LIVE

11.07.2007 | Autor: Attila Simon

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BSC-Music hat sich entschlossen ein beeindruckendes Konzert auf DVD festzuhalten. Unterstützt wird Peter Mergener dabei von der mexikanischen Instrumentalistin Alquimia und einigen Freunden (Mergener Et Amici) die zusätzlich eine gigantische Licht- und Klanginstallation bieten. Aufgenommen wurde das Konzert am 11.08.2004 während der Veranstaltung „Brot und Spiele“ auf dem Gelände der Landesgartenschau in der ehemaligen Römerstadt Trier.


Gitarre: Achim Elsen / Drums: Ingo von Wenzlawowicz / Gesang, Keyboards: Alquimia
Ich schaffe etwas Lebendiges

Ich schaffe etwas Lebendiges

Klangkünstler Peter Mergener entwirft Mystische Nacht in den unterirdischen Gänge der Kaiserthermen....TRIER. Der Klangkünstler Peter Mergener zählt zu den Pionieren der elektronischen Musik. Der renommierte Musiker hat eine Klang-Installation für das vom Trierischen Volksfreund präsentierte Fest Brot und Spiele entwickelt. Die Mystische Nacht findet in den unterirdischen Gängen der Kaiserthermen.

TRIER. Der Klangkünstler Peter Mergener zählt zu den Pionieren der elektronischen Musik. Der renommierte Musiker hat eine Klang-Installation für das vom Trierischen Volksfreund präsentierte Fest "Brot und Spiele" entwickelt. Die "Mystische" Nacht findet in den unterirdischen Gängen der Kaiserthermen.

Als Peter Mergener vor zwei Jahrzehnten die Science-Fiction-Zeitschrift "SF-Star" liest, hat er noch keine Ahnung, dass diese Lektüre sein Leben verändern wird. In dem Heft war ein Bericht über den Auftritt des Autors Michael Weisser und des Musikers Robert Schroeder gedruckt, die auf der "ars electronica" eine Klang-Performance mit dem Titel "Galaxie Cygnus-A" aufgeführt hatten. Wahrscheinlich fühlte sich Mergener an seine eigenen, musikalischen Experimente erinnert. Hatte der damals 23-Jährige doch seit Ende der 70er Jahre Synthesizer ausprobiert und damit versucht, in die Fußstapfen der noch jungen Elektronikszene zu treten.

Die Technik in den Kinderschuhen

Mit eigenen Steckverbindungen der zu dieser Zeit mäßig ausgereiften Technik produzierte er seine ersten Klänge. "Viel atonales Zeug", sagt Peter Mergener heute. Zur Aufnahme benutzte er zwei Kassettenrekorder, indem er zunächst in den einen den Sound einspielte, die fertige Kassette wiederum abspielte, diese mit dem zweiten Rekorder aufnahm und weitere Klänge dazu gab. "Sehr effektiv", urteilt er auch nach 20 Jahren über ein solches Ping-Pong-Verfahren. Um Kontakt zu Gleichgesinnten zu knüpfen, schrieb er Michael Weisser einen Brief und legte eine Aufnahme bei. Es folgte ein Treffen in einem Jagdhaus in Welschbillig. Das war der Anfang des Projektes Mergener & Weisser, die sich später "Software" nannten und zu Pionieren elektronischer Musik aufrückten.

"Wir hatten die gleichen Vorstellungen und Ideen", erinnert sich Mergener und erzählt von den Anfängen. Als eine der ersten Gruppen gestalteten sie ihre Plattencover mit Computergrafiken und bauten Computerfraktale als unverwechselbare Zeichen in das Erscheinungsbild der Tonträger ein. Die Platten sollten ein Gesamtkunstwerk sein aus Computermusik, Bildern und Lyrik.

Die "Schönheit der Hightech" war ihr Thema. Die erste Produktion unter dem Bandnamen "Software" wurde um Meilenstein der elektronischen Musik. Sammler schätzen die limitierte Auflage der "Chip Meditation". Tourneen in Kanada, Australien, Amerika und Europa zeugen vom internationalen Erfolg. Mittlerweile gibt es das Projekt nicht mehr. Weisser und Mergener verfolgen ihre Solo-Pläne. Dabei machte vor allem Peter Mergener mit seinen Veröffentlichungen auf sich aufmerksam.

Häufig wird der gebürtige Birkenfelder mit Wohnsitz in Heidenburg als Klangmagier, Klangforscher oder Klangalchemist bezeichnet. Er selbst sieht sich dagegen als Musiker, der als "ordentlicher Komponist" eingetragen ist. "Am Anfang sitzt da ein Tüftler, der eine Idee hat, zwischen Geräten." Manchmal wundert er sich. "Und am Ende blickt man auf ein riesiges Werk zurück." Bescheiden erzählt er von seinen Abrechnungen, die Vervielfältigungen seiner Musik auf der ganzen Welt ausweisen. Eigentlich sieht er gar nicht aus wie ein Elektronik-Künstler ­ mit seinen Schnurrbart und den Haaren, die in den Nacken fallen. Eher könnte er ein gealterter Rockgitarrist sein und tatsächlich zählt "Pink Floyd" zu seinen Lieblingsbands. Wenn er von Musik plaudert, spürt man die Erfahrung und Begeisterung eines Mannes, der eine ganze Musikszene begleitet hat. Damals sei die "kosmische" Musik als "komisch" abgetan und überhaupt nicht verstanden worden. Diese zweite Generation nach "Kraftwerk" und der Berliner Schule um Klaus Schulze hatte es merklich schwer, ihre musikalischen Vorlieben populär zu machen.

Ineressante Musikräume

Den Erfolg von Techno und House bezeichnet Mergener als "Paukenschlag". Doch diese schnellen Rhythmen überlässt er lieber den Jüngeren. Ohne Rücksicht auf Trends will er weiterhin seinen eigenen Stil verfolgen. "Natürlich ist es schade, dass ich nicht unbedingt so bekannt bin wie die berühmten Djs", gesteht er. Aber er weiß, dass viele nach ihrem "Techno-Trip" in seine Musikräume kommen und sie interessant finden.

Gelegenheit dazu bietet "Brot und Spiele" in den Kaiserthermen. Peter Mergener wird die "Mystische Nacht" gestalten und den antiken Ort in eine Klanglandschaft verwandeln. Immer wieder ist er dort gewesen, hat sich von den Anlagen inspirieren lassen und überlegt, welche Geräusche dazu passen könnten. Das römische Bad brachte ihn zu den Elementen Wasser und Feuer, aus denen er Klangnischen geschaffen hat und an bestimmten Punkten in den unterirdischen Gängen der Thermen aufbaut. Tropfen in ihrem Hall werden zu hören sein, ebenso Geräusche vom Lauf nasser Sandalen oder das Klingen von Schwertkämpfen. Dazu ertönt eine Melodie, die den Besucher bei seinem Gang begleitet. Horst Freischmidt hat lateinische Texte auf Band gesprochen, Lichteffekte, Rauch und Nebel sollen das optische Erleben formen. Die Gruppe "Fedans" spielt dazu Musik aus dem 1. Jahrhundert. Der Archäologe Thomas Fontaine wird durch die Geschichte des historischen Ortes führen. Die Installation von Peter Mergener wird dabei ständig über zehn Kanäle abgefahren. "Das ist eine besondere Art von Unterhaltung", betont er. "Ich schaffe etwas Lebendiges mit Klang."

Mystische Nacht am Freitag, 16. August, Samstag, 17. August, und Sonntag, 18. August, jeweils ab 20 Uhr, in den Kaiserthermen in Trier statt.
Mystische Nacht News

Mystische Nacht News

02. Dezember 2006 | Autor: Oliver RUF / Foto: Wolfgang Lenders

Knistern rot wie FeuerDie Mystische Nacht in den Kaiserthermen Trier: Eine Licht- und Klanginstallation.TRIER. Der Elektronik-Künstler Peter Mergener entführte zur Mystischen Nacht in die Kaiserthermen. Das Licht-Klang-Environment war Teil der vom Trierischen Volksfreund präsentierten Aktion Brot und Spiele.

Über altes Gemäuer führt der Weg zu unterirdischen Gängen, wo der Besucher den staubigen Boden betritt, fest überzeugt, soeben von einem ganzen Orchester empfangen worden zu sein. Eine Melodie umklammert die Leute und rüttelt Erinnerungen an die pompösen Lieder sagenhafter Kino-Epen wach. Eine Nebelmaschine füllt die kleine Schlucht, zu der hinunter eine wacklige Treppe führt, mit Rauch. Der Gang durch die "Mystische Nacht" in den Kaiserthermen beginnt.Diesen Titel trägt die Klanginstallation von Peter Mergener, der seit den 70er Jahren auf den Pfaden elektronischer Musik wandelt und längst zu ihren Pionieren zählt.

Kühle Flure, feuchte Wände

Hohe Wände, Gewölbe und Torbögen, feuchte Kühle in den Fluren, in die kein Tageslicht mehr fällt, bietet der römische Ort ­ das richtige Ambiente, um mit Licht und Schatten, Schall und Rauch zu hantieren.

Kunst-Installationen wie diese sind eine Nischenkunst. Sie sind auf einen stillgelegten, akustisch anspruchsvollen Raum angewiesen, spielen mit der Aura des Ortes. Und welche Orte können mehr mit Geschichte und Geschichten verbunden sein als Ruinen? Mergener inszeniert seine "Nacht" also in der Unterwelt der Thermen, der einstmals prunkvollen Stätte römischen Badevergnügens. Heute steht noch grobes Mauerwerk da, wo einst Trubel und Treiben herrschte.

Die Installation ringt mit den Geistern der Vergangenheit und füllt die Höhlungen entlang der Gänge. Eine Lampe wirft Farben an die Wand und ein Geräusch durchzieht den Raum. Warmes Rot flutet hinter rostigen Gitterstäben, während knisternde Feuertöne um die Ohren tanzen.

Dann scheinen in blauen Lichtwaben Wassertropfen auf Stein zu tropfen. In einem engen Flur mit hohen Decken fällt ein Bündel Magenta-Rot zur Erde. Am anderen Ende tauchen Besucher in sattes Violett ein. Hinter jedem Bogen starren Lichtbündel, lauern lateinische Texte, klirren Schwerter, wandern Sandalen.

Dadurch fügt sich die "Mystische Nacht" ins Programm der "Brot und Spiele", die die römische Vergangenheit aufleben lassen und den römischen Kultursommer bestreiten. Dabei hat Peter Mergener den vorhandenen Verfall mit sagenhaften Effekten komponiert, die eher poetisch denn schauerlich sind, ein sinnliches Gesamterlebnis bilden.

Akustische Signale und Farben teilen die Thermen in einzelne Klangbereiche, die zusammen ein komplexes Klang-Mosaik ergeben. Mancher Besucher reagiert staunend und lautstark auf die akustischen Effekte. Murmeln und Reden im Halbdunkel kommt dann leider nicht nur aus den Lautsprechern.

Das Klang-Licht-Environment wirkt erst, wenn es gänzlich Nacht geworden ist. Wer sich ohne Störungen auf seine Wahrnehmungen und Sinne konzentrieren kann, erlebt ein gelungenes Klanggericht, das Peter Mergener für die Kaiserthermen komponiert hat.
Mystische Nacht Fotos

Mystische Nacht Fotos

Mystische Nacht in den Kaiserthermen Trier....
Lichter lodern, Klänge rauschen

Lichter lodern, Klänge rauschen

02. Dezember 2006 | Autor: Oliver RUF / Foto: Wolfgang Lenders

Zahlreiche Farb- und Klangbereiche entfalten eine faszinierende Magie: die mystische Nacht in den Kaiserthermen.

Auf der Treppe kommt der Gedanke: Ist das unheimlich? Diese feuerroten Nischen. Die Kerzenlandschaft mit der brennenden Schale. Die ferne Weise, antiquiert, voller Rätsel. Die Lichtflecken auf dem Staub. Erfahrbar und sinnlich - das ist die "mystische Nacht" vor allem. Peter Mergener hat sie komponiert. Der Mann, der vor zwei Jahrzehnten begonnen hat, mit Steckverbindungen und mäßiger Technik elektronische Klänge als einer der ersten in Deutschland zu produzieren, ist heute in den Mulden und Fugen der römischen Thermen angelangt.

Es brodelt, knistert und lodert im alten Gemäuer

Bereits zum zweiten Mal hat er, der Pionier elektronischer Musik in der Gruppe "Software", seine Idee einer begehbaren Installation an dieser historischen Stelle verwirklicht. Als nächtlicher Abschluss der Römer-Aktion "Brot und Spiele" funktioniert die Farb-Ton-Melange als Empirie von Wahrnehmung.

Das Licht, das durch die Gänge flutet und Flecken hinterlässt, schaut wundervoll und irgendwie heilig aus. Der erste Schritt um die alte Ecke - und ein schrilles Lila sticht ins Auge. Rot folgt. Blau außerdem. Gelb. Und flackerndes Grün. Dazu die Töne: Es brodelt, knistert, lodert. Zwitschern hier etwa Vögel? Mal scheint ein Tropfen den Stein zu höhlen, dann plätschert eine Quelle im Dunkel.

Da ist ein Gitter und dahinter eine Melodie - klerikal die Stimme, Zauber im Akkord. Dazu das Ambiente: hohe Mauern, Gewölbe, Torbögen. Ein römischer Ort, der versunken ist in der Unterwelt, der feuchte Kühle liefert und scharfe Ecken und Kanten, aus denen Rauch qualmen darf und Lieder klingen. So bieten die Ruinen einen akustischen Ort, in dem sich dank des Charmes aus Vergangenheit und Fragment eine Atmosphäre voller Leidenschaft auftut.

Hier gibt es Klagen, Gefühle der Trauer und der Stille überraschen in manchem Moment. Besonders das Geheimnisvolle, das Schummrige, ja gerade das Mystische lauert auf den Pfaden. Wie im vergangenen Jahr berührt besonders ein langer, enger Flur mit riesigen Wänden und bröckelndem Gemäuer das Gemüt: Ein Bündel Magenta-Rot fällt zur Erde. Am anderen Ende taucht man in sattes Violett. Hinter jedem Bogen starren Lichtwaben, warten aber auch Worte in lateinischer Sprache, klirren Schwerter, hört man die Tritte von Füßen in Sandalen.

Im Vergleich zur ersten Installation hat sich in dieser Sache wenig getan. Klang und Farbe haben sich bewährt, die Akzente sind unverändert eindrucksvoll. Denn eine völlige Veränderung war gar nicht notwendig. Das Konzept eines Erfolgs muss nicht zwanghaft frisiert werden, wenn es wiederholt eingesetzt werden soll.Die Musik mag dennoch manchmal frischer sein. Teilweise tönt sie allerdings zu mittelalterlich, zu melodiös und gar zu poppig. Die römische Erinnerung, die "Brot und Spiele" wach rütteln wollen, mit Gladiatorenkämpfen, Tavernendorf, mit Zenturiohelmen und wallenden Tüchern, verlangen jene poetischen Effekte, die immer noch reichlich, in großer Vielfalt und Variation auch bei der Neuauflage der "mystischen Nacht" die Kaiserthermen berauschen. Wenn es draußen leise und schwarz geworden ist, entfalten drinnen die zahlreichen Farb- und Klangbereiche ihre ganze Magie: ein Staunen, das entzückt, imponiert und tatsächlich unheimlich ist.
Das Konzert

Das Konzert

11.08.2004 | Autor: Stephan Schelle

Schon wegen dieses Konzertes hat sich die Reise nach Trier gelohnt. Doch es gab an den nächsten Tagen noch mehr zu erleben.

Brot und Spiele in Trier 2004 

Wir schreiben Mittwoch den 11.08.2004. Auf dem Programm stand das Konzert von Mergener Et Amici mit dem Untertitel „Das Beste aus Mystische Nacht 2002 bis 2004“. Noch am Vortag hatte es dermaßen geregnet, dass die Veranstalter schon damit rechneten, das Konzert abzusagen. Doch zum Glück änderte sich das Wetter rechtzeitig und so fand das Konzert an einem Bilderbuchartigen Sommertag statt. Die Sonne entwickelte wieder ihre Stärke und tauchte das Areal der Landesgartenschau, auf dem der diesjährige Event mit einem Livekonzert den Startschuss gab, in ein warmes Licht. Und so saß ich hier im strahlenden Sonnenschein auf dem Petrisberg, dem Gelände der Landesgertenschau, in Mitten der Trierer Weinberge.

 
Mergener Et Amici während des Soundchecks
Vor einem gut 200 Meter langen Wasserband hatten die Veranstalter eine Bühne aufgebaut, auf der Peter Mergener (Keyboards), Alquimia (Keyboards und Gesang) sowie die Musiker Achim Elsen (Gitarren) und Ingo von Wenzlawowicz (Schlagzeug und Perkussion) gegen 21.15 ein Open-Air-Konzert der besonderen Art gaben.

 
Schon während des Soundchecks, bei dem die Besucher keine ungebetenen Gäste waren und dem Treiben der Techniker und Musiker beiwohnen durften (das ist nicht selbstverständlich), wurde deutlich, dass es einen musikalischen Leckerbissen geben würde. Schon diese Zeit vor Konzertbeginn war ein unvergessliches Erlebnis, denn die Sonne schien mir auf den Rücken und ließ in mir ein angenehmes sommerliches Feeling aufsteigen, während die vollen Keyboard- und Gitarrensounds sowie das fette Schlagzeug von vorne für eine tolle Atmosphäre sorgten. Das ging schon mal ziemlich gut ab.

 
War den frühen Abend über die Location noch recht spärlich besetzt, so füllten sich doch gegen 21.00 Uhr die Ränge merklich. Gut 500 Zuschauer wohnten diesem Event der elektronischen Musik bei und, ich kann es schon vorwegnehmen, sie wurden nicht enttäuscht.

 
Mit knapp 15minütiger Verspätung, dafür aber bei einsetzender Dunkelheit, begann das Konzert mit dem Aufmarsch der musikalischen Gladiatoren des Abends. Die Bühne war zu Beginn in ein violett/bläuliches Licht getrännkt, als die ersten Keyboardklänge von Peter Mergener ertönten. Dann setzte Achim Elsens E-Gitarre ein und man war geneigt zu vermuten das hier David Gilmour höchstpersönlich auf der Bühne steht. Dieser recht proggige Einstieg bestand aus einem neuen Intro, das dann in den Titel Touch The Guitar, welches vom Mergener-Album Instinct Traveller stammt, überging.

  
Das gut anderthalb stündige Konzert war sehr abwechslungsreich, denn die vier Musiker hatten einen guten musikalischen Querschnitt ausgewählt. Natürlich bestand der Hauptteil aus den Stücken des Mergener Et Amici-Repertoires, das ja zum Teil auf der 2003’er CD Nox Mystica schon auf CD erschienen ist. Aber auch neue Stücke sowie Material von Peter Mergeners und Alquimias (Sante Morla vom Album Angaelic Voices) Soloalben kamen zu Gehör.

 
Die Stücke hatten Elemente von traditioneller und symphonischer Elektronikmusik, Progrock und Weltmusik. Auch waren altertümliche Elemente, die an die römische oder keltische Zeit erinnerten, herauszuhören.Darüber hinaus hatten Mergener Et Amici einige Titel neu arrangiert.

 
Peter spielte gewohnt seine Keyboards und ließ sich auch nicht durch eine technische Panne aus der Ruhe bringen. Alquimia glänzte wieder durch ihre engelsgleiche Stimme. Wenn sie singt, dann geht einem das direkt unter die Haut. Allerdings kam sie in einigen Passagen etwas dünn rüber und wurde von den anderen Instrumenten dominiert. Während des Stückes Porticus trug sie einen auf Latein gefassten Text vor, der sich mit dem Thema Julius Caesar befasste. Peter hatte diesen extra für den Veranstaltungsort (Petrisberg) ins Konzert eingebaut. Bei der Herrichtung des Petrisberges (vormals waren hier französische Truppen stationiert) fand man wiederum einige sehr wertvolle alte Schätze, die in einer Sonderausstellung auf der Landesgartenschau präsentiert werden. Achim spielte eine wirklich tolle floydartige Gitarre und Ingo sorgte mit seinem Schlagzeug - das er sehr akzentuiert spielte - und den Perkussion für den nötigen Drive.

 
Für den visuellen Augenschmaus sorgte eine wirklich ausgefeilte und für Elektronikverhältnisse hervorragende Lightshow, die noch durch Videoprojektionen auf der Rückseite der Bühne ergänzt wurde. Auch das Wasserband im Hintergrund der Bühne wurde während des Konzertes in unterschiedlichen Farben atmosphärisch beleuchtet. Leider war das Wasserband nicht von allen Plätzen aus zu sehen.

 
Während Cuniculus Occultus, bei dem auch knisterndes Feuer und tropfendes Wasser zu hören sind, war die Bühne so atmosphärisch ausgeleuchtet, dass man meinte, der komplette Set wäre am brennen. Dazu wurden auf der Videoleinwand auch noch digitale Flammen erzeugt. Eine wirklich tolle Kombination aus audio/visuellen Elementen.

 
Den Abschluss boten die vier mit einer Zugabe, die aus dem neuen Stück Rainbow In The Air bestand, das aus der Feder von Peter Mergener und Achim Elsen stammt und von Alquimia gesungen wurde. Dieser Song hat schon einen gewissen Popcharakter, ja ich möchte fast sagen, er besitzt Chartqualität. Bei der Präsentation hatte Alquimia auch sichtlich Spaß denn sie fegte über die Bühne, wie man es bis dahin von ihr nicht gesehen hat. Mal sehen, ob wir diesen Titel mal im Radio hören werden.

 
Die Gladiatorenkämpfe

Die Gladiatorenkämpfe

2004 | Autor: Stephan Schelle

Nach einem Tag Pause, in dem ich die Kulturstätten Triers näher erkundete (kann ich nur wärmstens empfehlen), ging es dann am Freitag mit den Gladiatorenkämpfen im Amphietheater weiter.

Brot und Spiele in Trier 2004 

Das Amphietheater ist eine offene Arena, die in der Römerzeit mehr als 1.800 Zuschauern Platz bot und in der die verschiedensten Kampfveranstaltungen gezeigt wurden. Mal wurde es als historische Kampfstätte ausgestattet, in der dann Kämpfe nachgespielt wurden, dann in eine Wüstenlandschaft, ja man konnte es sogar unter Wasser setzen um Seeschlachten aufzuführen.

 

In dieser, heute einer Naturbühne ähnelnden, Arena werden jährlich die Gladiatorenkämpfe aufgeführt. Dieses äußerst beeindruckende Spektakel beginnt mit dem Einmarsch der Gladiatoren. Und zu diesem Auftakt ertönt über die Lautsprecher die Musik von Mergener Et Amici. Der Sound des Stückes Spectaculum war noch bombastischer und noch voluminöser als er schon auf CD rüberkommt. Ungefähr zwei Drittel der während der Aufführung gespielten Stücke stammten von Peter Mergener, darunter neben Spectaculum, Bestiarius und dem Stück Pyrricha, das als Drumpart gespielt wurde, waren vor allem neue Titel zu hören. Sehr beeindruckend, man bekam vom zusehen und zuhören eine echte Gänsehaut. Die Musik passte so gut zu dem gezeigten, dass sie teilweise (wie bei einer guten Filmmusik) gar nicht auffiel, sondern die Showdarbietung noch verstärkte. Solltet ihr also zu Brot und Spiele kommen, was ich persönlich nur empfehlen kann, so schaut euch auch die Gladiatorenkämpfe an.

Die Mystische Nacht

Die Mystische Nacht

2004 | Autor: Stephan Schelle

Am späten Nachmittag am Freitag, dem 13. hatte ich schon mal die Gelegenheit, mit Peter Mergener einen Rundgang durch das Areal der Kaiserthermen zu machen und mich bei Tageslicht von der Technik und dem Ort der Mystischen Nacht zu informieren.

Brot und Spiele in Trier 2004 
Bei Licht betrachtet erkennt man erst einmal, welch ein Aufwand an Technik hinter dieser akustischen und visuellen Aufführung steckt. Gut fünf Kilometer lange Kabel ziehen sich durch die unterirdischen Gänge, die einst die unteren Etagen der Kaiserthermen darstellten. In diesen unterirdischen Etagen befanden sich die Abwässer, die in die nahe gelegene Mosel geleitet wurden sowie die Räume der Sklaven, in denen sie arbeiteten und lebten. Aber auch durch den Außenbereich zogen sich die Kabelstränge, denn die Technik war allgegenwärtig. So waren beispielsweise Scheinwerfer auf Glasbausteine, die sonst ein wenig Tageslicht in die unterirdischen Gänge leiten, aufgestellt, die dann ihrerseits die Räume darunter mit farbigem Licht durchfluteten.

 
Peter Mergener überprüft den Sound (in der Hand denGrundriss der Therme) und vor der historischen Kulisse
Mit äußerster Liebe zum Detail wurden die Gänge und einzelnen Standpunkte beleuchtet und beschallt. Geht es an einer Stelle um Wasser, so findet sich hier eine blaue Beleuchtung und es werden Tropfgeräusche und atmosphärische Musik geboten. An einer anderen Stelle wurde wirkungsvoll eine Feuerstelle simuliert. Es leuchtete rot und gelb, phosphorierende Kieselsteine verteilten sich auf dem Boden und dazu war der Raum mit Rauch bzw. Nebel durchzogen. Jetzt, wo ich bei Tageslicht durch die Gänge schreite (an einigen Stellen dringt das Tageslicht ein, die normale Deckenbeleuchtung ist noch eingeschaltet und es sind noch keine Kerzen angezündet) wirkt das schon beeindruckend. Das macht Appetit auf die Abendveranstaltung.

 
Auch in den Außenbereichen gibt es unterschiedliche Themen. So hört man beispielsweise an einer Stelle Vogelstimmen und eine andere bietet Wassertropfen. Leider ist dies am Freitag, den 13. sehr real, denn es regnet wie aus Kübeln. Da sehr viel Technik im Freien liegt, kann man den Veranstaltern nur wünschen, dass da nichts schief geht. Für diese visuelle Installation, die von der Firma Promusik stammt, haben Peter Mergener und Alquimia neben Teilen der vorjährigen Musik auch neue Stücke komponiert und aufgenommen. Einige der neuen Stücke waren auch bei dem Mittwochskonzert zu hören. Es gab aber auch Musik, die bisher unveröffentlicht war und erst bei der Mystischen Nacht gespielt wurde.

 
Am Abend ging es dann nach der gut zweistündigen Gladiatorschau kurz vor Mitternacht in die Katakomben der Kaiserthermen. Was bei Tageslicht schon seinen Reiz hatte, zeigte nun die volle Wirkung. Ich ging die Stufen in den unterirdischen Bereich hinab und tauchte gleich in eine andere, phantasievolle Welt ein. Es fällt schwer das zu beschreiben, denn man muss es einfach erleben.

 
Alle Sinne wurden quasi von dieser Atmosphäre berauscht. Die sehr ansprechende Beleuchtung kam jetzt bei Nacht richtig zur Geltung. Auch die gut platzierten Kerzen sorgten für ein übriges. Einige Gangpassagen waren in Nebel eingehüllt, so dass man nur erahnen konnte, wo es weitergeht, dazu die atmosphärisch sehr dichte Musik, einfach genial. Einige Personen schritten in römischer Kleidung durch die Gänge, was einem das Gefühl gab, in der Zeit zurückgereist zu sein. Ich für meinen Teil, hab in der gut einen Stunde, in der ich durch die Gänge schritt, Zeit und Raum völlig verloren.

 
Gut gefiel mir auch, dass neben Peter Mergener die Musikerin Alquimia an dem Abend in den Katakomben unterwegs war. Es bestand so die Möglichkeit mit ihnen zu sprechen und auch Fotos zu schießen.
Diese Kombination aus Licht, Geräuschen und der tollen Musik kann wirklich als einzigartig bezeichnet werden. Ich jedenfalls finde es genial, wenn sich hier Kultur und elektronische Musik mit Rock-, Welt- und altertümlichen Musikelementen ergänzen. Das zusammen bietet wirklich einen Rausch der Sinne, quasi High werden ohne Drogen.

 
Peter Mergener und Alquimia in der Kaisertherme
Zum Abschluss noch ein Hinweis, an alle Interessierten bzw. die, die da waren: Ein Filmteam hat sowohl das Konzert aufgenommen als auch bei den Gladiatorenkämpfen und in der Mystischen Nacht gefilmt. Das ganze soll dann noch voraussichtlich Ende des Jahres auf DVD erscheinen. So kann man entweder das Erlebte nachempfinden oder sich schon mal einen Vorgeschmack auf das nächste Jahr holen. Ich würde sagen: „Wir sehen uns 2005 in Trier!!!!!“